Bärlauch – köstlich, aber leicht zu verwechseln

Wir haben es schon wieder getan! Wie in jedem Frühjahr, haben wir auf einer unserer Wanderungen Bärlauch gesammelt. Unsere Kinder haben nicht nur Spaß beim Sammeln, sondern freuen sich auch jedes Jahr aufs Neue über das leckere Bärlauch-Pesto. Doch, so schön es ist, mit den Kindern gemeinsam durch die Bärlauchvorkommen der Wälder zu streunen, so gefährlich kann es auch werden. Deshalb habe ich die wichtigsten Erkennungs- und Unterscheidungsmerkmale zusammengetragen, damit die nächste Bärlauch-Mahlzeit nicht mit einem Krankenhausbesuch endet.

Vorab die gute Nachricht:

Allein der Bärlauch hat den typisch intensiven Geruch nach Knoblauch. Alle anderen Pflanzen, die man mit dem Bärlauch verwechseln könnte, riechen nicht. Allerdings können einige schon bei der bloßen Berührung Hautreizungen oder -reaktionen verursachen.

Im Wesentlichen gibt es drei Pflanzen, die mit dem Bärlauch verwechselt werden können. Am bekanntesten ist sicher das Maiglöckchen, welches zumindest im April und Mai mal in einem Bärlauchfeld vorkommen kann. Auch die Herbstzeitlose wächst ab Mai und eine Verwechslung wäre fatal. Außerdem ähnelt der Aronstab in seiner Anfangsphase (ab Januar) dem Bärlauch. Mit allen drei Pflanzen ist nicht zu spaßen. Daher ist eine sichere Identifizierung so wichtig. Eine Regel muss, vor allem mit Kindern, immer beachtet werden: Bei Unsicherheiten – Finger weg!

Die Unterschiede:

  1. Geruch Bärlauch riecht wie Knoblauch (oft schon von weitem), alle anderen haben keinen intensiven Geruch
  2. Blätter Bärlauchblätter haben eine matte Unterseite und es wächst je ein Blatt aus dem Stängel, sie erschlaffen nach außen hin recht schnell / Maiglöckchenblätter sind von unten glänzend, der Stängel ist unten rot und es wachsen zwei Blätter daraus / Herbstzeitlosenblätter sind dick, steif und es gibt keinen sichtbaren Stiel / Aronstabblätter sehen nur zu Beginn, wenn sie noch zusammengerollt sind, aus wie die Blätter des Bärlauchs, später sind sie eher pfeilförmig und kaum zu verwechseln
  3. Wurzeln Bärlauch wächst aus einer dünnen, länglichen Zwiebel, die kaum Ausläufer besitzt / das Maiglöckchen hat hingegen viele Ausläufer / bei der Herbstzeitlosen ist die Zwiebel rund und besitzt ebenfalls viele Ausläufer / der Aronstab bildet eine Knolle aus, die mit einer Zwiebel kaum zu verwechseln ist
  4. Zeitraum Bärlauch kommt, je nach Region, von Januar bis Mai vor / Maiglöckchen sieht man von April bis Juli / die Blätter der Herbstzeitlosen findet man im Mai und Juni – das Gemeine ist, dass man von dieser Pflanze niemals Blätter und Blüte gleichzeitig sieht – die Blütezeit ist (wie der Name schon vermuten lässt) erst im Herbst – diese ähnelt einem lila Krokus / der Aronstab wächst zwischen Januar und Juni, aber ist nur in den Wintermonaten mit Bärlauch zu verwechseln
  5. Blüte Bärlauchblüten bilden einen weißen Ball aus vielen Sternen / Maiglöckchenblüten sind zwar ebenfalls weiß, zeigen aber, weshalb es Glöckchen heißt- sie sind klein und hängen nach unten / wie oben beschrieben, sieht man die Herbstzeitlosenblüte erst im Herbst, wenn kein Bärlauch mehr wächst / die Aronstabblüte sieht von der Form einer Kerzenflamme ähnlich, ist aber meist weiß oder grün
Bärlauchblüte (Foto: Florian Habermann)

Ihr seht, dass es eindeutige Unterscheidungsmerkmale gibt. Wenn ihr euch unsicher seid und lieber bei jedem Blatt den Geruchstest machen wollt, könnt ihr zum Schutz vor Hautreizungen natürlich auch Handschuhe tragen. Neben dem Ausschließen einer Verwechslung ist noch wichtig zu wissen, dass Bärlauch von Gesetzes wegen einen Mindestschutz genießt und nur kleine Mengen für den Eigenbedarf gesammelt werden dürfen.

Aber was macht man nun mit dem leckeren Wildgemüse? Wie anfangs geschrieben, essen unsere Kinder gerne Bärlauch-Pesto (unser Rezept findet ihr weiter unten), aber natürlich gibt es noch viel mehr Möglichkeiten Bärlauch auf den Teller zu bringen. Bärlauch-Suppe, Bärlauch-Butter, Bärlauch-Quark, Bärlauch-Muffins, Bärlauch-Knödel usw. Ein Vorteil gegenüber dem Knoblauchgenuss ist, dass einem Freunde, Bekannte und Kollegen nicht aus dem Weg gehen müssen, da man nach einer Bärlauch-Mahlzeit nicht so einen … sagen wir mal … aromatischen Atem hat. Logischerweise ist Bärlauch auch gesund und enthält zum Beispiel Vitamin C, wirkt entzündungshemmend und hilft bei Verdauungsstörungen.

Und aus all diesen Gründen, lohnt es sich bei einer Frühjahrswanderung auch mal etwas Bärlauch zu sammeln. Beispielsweise für dieses leckere Bärlauch-Pesto:

Zutaten:

  • Pinien- oder Cashewkerne (es kann aber mit den unterschiedlichsten Nüssen bzw. Kernen variiert werden)
  • Bärlauch
  • Hartkäse (bspw. Parmesan)
  • Salz, Pfeffer
  • Sesam, Chia (beides optional)
  • Olivenöl

Dass ich keine Mengenangaben aufgeführt habe, liegt daran, dass ich sie für dieses Rezept selbst nie benötige. Die meisten Zutaten werden einfach je nach Geschmack und gewünschter Konsistenz dazu gegeben. Das Verhältnis zwischen Pinienkernen (o.ä.) und Bärlauch sollte allerdings etwa 1 zu 2 betragen. (zumindest optisch die doppelte Menge an Bärlauch) Mit dem Olivenöl kann die Konsistenz ganz einfach verändert werden. Allerdings ist Vorsicht geboten, denn ein Schluck zu viel kann aus einem Pesto auch schnell eine ölige Suppe machen. Wenn alle Zutaten in einem Gefäß sind, einfach mit dem Pürierstab bis zur gewünschten Feinheit zerkleinern.

Neben den Klassikern, dass Pesto zu Nudeln oder als eine Art Salatdressing verzehrt wird, mögen wir es auch gerne als Brotaufstrich oder auf Käse. Einfach mal etwas herumexperimentieren.

Viel Spaß und Guten Appetit

One Comment on “Bärlauch – köstlich, aber leicht zu verwechseln

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